Wahlprogramm zur Wahl der Gemeindevertretung in Blankenfelde-Mahlow am 28.09.2008

 

3. Schulentwicklungsplanung und Schulwegsicherung

 

Die aktuelle Diskussion über die zukünftige Gestaltung unserer Schullandschaft wird ausschließlich unter den Kriterien

  • wie viele Schüler/innen gibt es heute und in den nächsten Jahren in den Ortsteilen und
  • in welcher Entfernung liegen die Grund- und Oberschulen von deren Wohnorten.

Eine verantwortungsbewußte Schulplanung ist aber schon allein unter Kosten-gesichtspunkten keine Angelegenheit der nächsten 2-3 Jahre. Zugegeben, kaum ein Planungsbereich unterliegt so starken Schwankungen wie die Schülerzahlen. Dennoch müssen doch alle maßgeblichen Faktoren, die heute bekannt sind, in die Überlegungen einbezogen werden.

 

Dazu zählt die Flughafenplanung, derzufolge bereits in 3 Jahren von dem dann ausgebauten BBI in Schönefeld jährlich 20 Mio. Passagiere starten und landen sollen. Durch die daraus resultierenden Überflüge im 2 Minuten-Rhythmus wird insbesondere die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow von einem Lärmteppich überzogen.

 

Ein erfolgreiches Lernen ist in den Schulen in unserer Gemeinde fortan nicht mehr möglich. Im Gegenteil, die Kinder werden nicht nur in ihrem Leistungsvermögen behindert, sondern zusätzlich noch krank. Dies ist wissenschaftlich erwiesen und belegbar. Wir lehnen es ab, unseren Kindern eine Lernumgebung in zwangsbelüfteten Akustikkäfigen zuzumuten, in der die Schüler nur den Versuch unternehmen können, das Wissen zu erwerben, das die Grundlage ihres späteren Berufslebens darstellt.

 

Oberster Grundsatz jeder KITA- und Schulplanung ist die Beteiligung der Eltern, die Sicherheit der Kinder und die Schaffung optimaler Voraussetzungen für die Entwicklung ihrer Lernfähigkeit und den Schutz der Gesundheit. KITA- und Schulplanungen ohne Berücksichtigung des Elternwillens und unter dem vorgeblichen Diktat von Kosten lehnen wir ab. Schulplanung ist nicht nur Gebäude- und Raumplanung. Sie muß einhergehen mit den Anforderungen neuester pädagogische Lernkonzepte und den Überlegungen, wie die Kinder ihre Schule sicher erreichen können.

 

Die Kinder müssen am Tage vom Fluglärm verschont werden. Wer dies nicht will, nimmt billigend in Kauf, dass unsere Kinder in großem Umfang durch Fluglärm gesundheitlich und in ihrer schulischen Entwicklung geschädigt werden. Darum dürfen Schulstandorte nicht unter dem Gesichtspunkt räumlicher Bequemlichkeit aufrechterhalten werden.

 

Wir fordern konkret:

  • im Falle der Inbetriebnahme des BBI die Auslagerung der (Kita- und) Schullandschaft unserer Gemeinde in eine lärmarme Region mit einem funktionierenden Bussystem auf Kosten der Flughafenbetreiber
  • die Berücksichtigung aktueller Entwicklungen (Profilierung, verlässliche Halbtagsschule,gemeinsames Lernen unterschiedlicher Altersklassen etc.) bei der Neugestaltung der Schullandschaft
  • die Entwicklung eines Schulwegsicherungskonzeptes