Fr
06
Mär
2009
Arbeitsplätze: Es wird gelogen, was das Zeug hält
Am gestrigen Donnerstag titelte die Berliner Morgenpost "BBI-Blamage: Investoren meiden Gewerbeflächen am Großflughafen". Grund dafür war das vor einem Jahr von den Regierungen in Berlin und Potsdam mit dem üblichen Tamtam aus der Taufe gehobene Ansiedlungsbüro, das bisher nicht einen Investor im Umfeld des BBI an Land ziehen konnte.
Weil aber in Brandenburg nicht sein kann, was nach Ansicht der Regierenden nicht sein darf, ließ die Replik nicht lange auf sich warten. Unter der Schlagzeile "Das Umfeld von Schönefeld profitiert schon heute vom BBI" gab die Märkische Allgemeine ebenfalls auf der Titelseite nur einen Tag später "ihre Sicht" der Dinge wieder.
Märkische Allgemeine, 6.3.2009
Darin heißt es u.a.: "Im vergangenen Jahr haben sich ... im engeren Umkreis von 30 Kilometern elf Firmen angesiedelt, die insgesamt 240 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Größte Projekte sind das Werk der Biotechnologiefirma Human Bioscience in Luckenwalde ... und ein Testzentrum des Triebwerkherstellers Rolls-Royce in Dahlewitz ...".
Dreiste Lügen aus Postdam
Offensichtlich müssen nun alles und jeder herhalten, um die erbärmliche Bilanz der Landesregierung zu verschleiern.
Zunächst darf bezweifelt werden, ob eine Firma wie Human Bioscience sich ohne den BBI nicht in Luckenwalde ansiedeln würde. Richtig dreist aber wird es, wenn Luckenwalde "dem engeren Umkreis von 30 Kilometern" zugeschlagen wird, denn es ist von Schönefeld in Luftlinie ca. 40 Kilometer entfernt. Und auch jeder der die Situation vor Ort kennt, weiß, dass Rolls-Royce sein Testzentrum völlig naheliegend an seinem einzigen ostdeutschen Standort in Dahlewitz errichtet, der mehr oder weniger zufällig seit Jahren in der Nähe von Schönefeld liegt.
Gestern noch 352 Arbeitsplätze, heute nur noch 240
Ohnehin scheint in der Frage des BBI gelogen zu werden, was das Zeug hält.
Noch am 1.März ließ nämlich Brandenburgs Noch-Wirtschaftminister Junghanns verkünden: "... im vergangenen Jahr hätten elf Unternehmen im direkten Brandenburger Flughafenumfeld investiert und ... 352 Arbeitsplätze geschaffen.". Heute nun ist die Rede von nur noch 240 Arbeitsplätzen.
Allein diese Beispiele zeigen, wie es wirklich um das "Zukunftsprojekt" BBI bestellt ist.
